DefinitionenSelbstständige
 

 
 

2.1.2.  Gewerbliche Tätigkeit

Gewerbetreibende müssen

Ihre weiteren Rechte und Pflichten hängen von der Unternehmensart und der Unternehmensgröße ab.

 
2.1.2.1.  Kaufmann oder Kleingewerbe?

Wer ein Gewerbe betreibt, ist Kaufmann. Oder Kauffrau. So steht es im Handelsgesetzbuch. Einzige Ausnahme: Wer mit seinem Gewerbe im Jahr nicht mehr als 30.000 € Gewinn (ab 2008 ist eine Anhebung auf 50.000 € geplant) und nicht mehr als 500.000 € Umsatz (gültig seit 2007 - vorher waren es 350.000 €) macht, ist Kleingewerbetreibender.

Diese recht klare Unterscheidung ersetzt seit der letzten Handelsrechtsreform das frühere Wirrwarr aus Muss-, Soll-, Minder- und Vollkaufleuten, (neben denen es auch noch Ist-, Kann- und Formkaufleute gab). Für Hard- und Softwarehändler gibt es damit genauso wie für gewerbliche Dienstleister im IT-Bereich nur noch eine Alternative: Sie sind Kaufleute oder – bei geringem Geschäftsumfang – Kleingewerbetreibende.

Die Unterschiede zwischen beiden Formen sind im Wesentlichen:

Kaufleute

  • müssen ihr Unternehmen ins Handelsregister eintragen lassen,
  • dürfen als Firmennamen beliebige Phantasienamen wählen,
  • sind zur doppelten Buchführung und zur jährlichen Bilanz verpflichtet,
  • unterliegen den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB), das für den Geschäftsverkehr ein paar verschärfte Bestimmungen enthält.

Kleingewerbetreibende hingegen

Diese Regeln gelten auch für Kapitalgesellschaften: GmbHs und AGs haben immer alle Pflichten eines Kaufmanns. Für Personengesellschaften wie die OHG und die KG gilt ebenfalls die oben genannte Abgrenzung zwischen Kaufleuten und Kleingewerbe; eine gewerblich tätige GbR wird ab dieser Grenze automatisch zur OHG.

Kleingewerbetreibende und Freiberufler können sich freiwillig in das Handelsregister eintragen lassen. Sie gelten dann ebenfalls als Kaufleute – mit allen oben genannten Pflichten!

 

 

[ Letzte Änderung: 24. Juni 2007]
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